Die Zahl der Christen in Thüringen hat im vergangenen Jahr weiter spürbar abgenommen. Die evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) - die hauptsächlich auf dem Gebiet von Thüringen und Sachsen-Anhalt liegt - verlor im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 20.833 Kirchenmitglieder. 2024 gehörten damit noch 573.777 Menschen der EKM an. Den größten Anteil am Mitgliederrückgang machten demnach Sterbefälle aus. Die Zahl der Kirchenaustritte verringerte sich 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 519. Den 9.198 Austritten standen 244 Kircheneintritte gegenüber.
Auch die Zahl der Katholiken schrumpfte weiter. 2024 waren es laut der Deutschen Bischofskonferenz noch 146.733 Kirchenmitglieder in Thüringen und damit 3.844 weniger als 2023. Mit 1.942 Austritten ging ebenfalls bei der katholischen Kirche die Zahl leicht zurück (2023: 2.017). Zugleich verringerten sich die Taufen - sowohl bei der katholischen Kirche als auch bei der EKM.
Insbesondere die schwachen Taufzahlen forderten Erklärungen, sagte Oberkirchenrat Christian Fuhrmann, Dezernent für Gemeinde und Bildung im Landeskirchenamt der EKM. «Wir müssen nach den Ursachen fragen, neue Formen der Tauferinnerung entwickeln und ausprobieren, wie wir Menschen zur Taufe einladen, die unseren Gemeinden durchaus nahestehen.»
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