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Fast jeder zweite Teenager entscheidet sich für Jugendweihe

In diesem Jahr haben sich in Thüringen so viele Jugendliche für die Jugendweihe angemeldet wie schon lange nicht mehr. (Archivbild) / Foto: Jens Büttner/dpa
In diesem Jahr haben sich in Thüringen so viele Jugendliche für die Jugendweihe angemeldet wie schon lange nicht mehr. (Archivbild) / Foto: Jens Büttner/dpa

Der Schritt ins Erwachsenenleben wird in Thüringen groß gefeiert: mit Geschenken, Feierstunden oder Gottesdiensten. In diesem Jahr haben sich besonders viele Teenager für die Jugendweihe entschieden.

Die Jugendweihe als Ritual auf dem Weg zum Erwachsenwerden steht in diesem Jahr in Thüringen besonders hoch im Kurs. Bislang hätten sich knapp 8.400 Jugendliche dafür angemeldet, sagte Anke Lappann vom Landesverband Thüringen der Interessenvereinigung Jugendweihe. Das sei seit vielen Jahren ein Höchststand. 

Damit hätte sich fast die Hälfte der Jugendlichen im Freistaat für die Jugendweihe entschieden. Im vergangenen Jahr hatten ihren Angaben nach 7.976 Mädchen und Jungen die Jugendweihe gefeiert. «Nach Hochzeiten sind das die zweitgrößten Feierlichkeiten in Thüringen», betonte Lappann.

Bis Ende Juni solle es in Thüringen 157 Feierstunden geben, bei denen die Jungen und Mädchen Urkunden und Bücher erhalten. Den Auftakt gibt es laut Lappann am 12. April in Königsee (Kreis Saalfeld-Rudolstadt). Mit Feierstunden in Altenburg und Eisenach werde am 21. Juni die Jugendweihe-Saison enden. 

Ein Ritual mit langer Tradition

Die Jugendweihe steht als weltliche Alternative zu kirchlichen Feiern wie Konfirmation und Firmung für den Beginn eines neuen Lebensabschnitts und hat in vielen Familien Tradition. In der DDR war die Jugendweihe mehr oder weniger Pflichtprogramm für Achtklässler und ideologisch aufgeladen. 

Der Begriff Jugendweihe wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals in Nordhausen geprägt. Mit den Feiern beschließen die Mädchen und Jungen rund um das 14. Lebensjahr symbolisch ihre Kindheit.

Kirchliche Feiern ebenfalls gefragt

Auch die Angebote von Kirchen werden in Thüringen gut genutzt. In der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, die sich im Wesentlichen über Sachsen-Anhalt und Thüringen erstreckt, werden etwa 3.500 Jugendliche zwischen Palmsonntag und Pfingstsonntag konfirmiert, so ein Sprecher.

Mit der Konfirmation sind die Mädchen und Jungen zur selbstständigen Teilnahme am Abendmahl zugelassen, können Taufpatinnen und -paten werden und dürfen mit vollendetem 14. Lebensjahr das aktive Wahlrecht in der Kirche ausüben. Sie werden in den Konfirmationsgottesdiensten für ihren Lebensweg gesegnet und bekennen sich mit ihrem «Ja» gegenüber Gott und der Kirchengemeinde zum christlichen Glauben.

Im Bistum Erfurt gibt es den Angaben nach bislang 775 Anmeldungen für Firmungen und damit in etwa genauso viele wie im Jahr zuvor. Mit der Firmung bekräftigen Katholiken ihren Glauben. Zu dem Ritus gehört auch die Salbung der Firmlinge mit dem sogenannten Chrisam - einem vom Bischof geweihten Öl aus Olivenöl und Balsamharz. Für Konfessionslose bietet das Bistum in diesem Jahr Ende Mai in Erfurt zwei Feiern der «Lebenswende» an, für die sich bislang den Angaben zufolge 42 Jugendliche angemeldet haben.

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