Thüringens früherer Kurzzeit-Ministerpräsident und FDP-Politiker Thomas Kemmerich schließt eine Kandidatur für den Vorsitz seiner Partei nicht aus. «Ich schließe gar nichts aus», sagte Kemmerich. Bei der Bundestagswahl habe die FDP viele Wählerinnen und Wähler an die CDU und die AfD verloren. Er erwarte Konzepte, wie die Wählerstimmen zurückgewonnen werden sollen. «Wenn das am Ende ein Angebot ist, wo viele und auch ich sagen, das ist nicht ausreichend, dann will ich auch nichts ausschließen», sagte Kemmerich. Er mache es vom Kurs der Partei abhängig. Zuvor hatte das Nachrichtenportal «The Pioneer» darüber berichtet.
Thomas Kemmerich erlangte bundesweite Bekanntheit als er sich am 5. Februar 2020 überraschend zum Ministerpräsidenten von Thüringen wählen ließ, wobei AfD-Stimmen den Ausschlag gaben. Der FDP-Politiker nahm die Wahl an, trat aber drei Tage später nach bundesweiten Protesten zurück. Seine Wahl hatte bundesweite Empörung ausgelöst. In Thüringen kam es zu einer tiefen Regierungskrise, die endete, als im März 2020 Bodo Ramelow zum Ministerpräsidenten gewählt wurde.
Im Herbst 2024 scheiterte die FDP bei der Thüringer Landtagswahl mit Kemmerich als Spitzenkandidat an der Fünf-Prozent-Hürde. Seither ist die FDP im Thüringer Landtag nicht mehr vertreten.
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