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Dürer-Entwurf: Bauernkriegsdenkmal in Mühlhausen enthüllt

Der Entwurf für die Skulptur stammt vom Renaissance-Künstler Albrecht Dürer und war erstmals im Jahr 1525 veröffentlicht worden.  / Foto: Jacob Schröter/dpa
Der Entwurf für die Skulptur stammt vom Renaissance-Künstler Albrecht Dürer und war erstmals im Jahr 1525 veröffentlicht worden. / Foto: Jacob Schröter/dpa

Die Skulptur erinnert an den Krieg, der im Jahr 1525 endete - also vor 500 Jahren. Noch im selben Jahr veröffentlichte Dürer erstmals den Entwurf für das Denkmal.

Knapp 500 Jahre nach dem Tod von Albrecht Dürer ist im thüringischen Mühlhausen ein Bauernkriegsdenkmal enthüllt worden, das auf einer Zeichnung des Renaissance-Meisters beruht. Die sieben Meter hohe Bronzesäule steht auf dem Platz vor der Kornmarktkirche, in dem sich das Bauernkriegsmuseum befindet. Der Krieg war vor 500 Jahren beendet worden.

Mühlhäuser Bürger hatten das Denkmals-Projekt auf den Weg gebracht. Oberbürgermeister Johannes Bruns (SPD) sagte: «Und auch wenn es wie jedes bedeutende Kunstwerk zur kritischen Auseinandersetzung anregt, so ist die Dürer-Säule vor allem ein zeitloses Denkmal für die Freiheit – die Freiheit, die die Bauern 1525 erkämpfen wollten und für unsere Freiheit als Grundlage unseres Gemeinwesens, die wir stets und ständig verteidigen müssen.»

Bauernfigur mit Schwert im Rücken

Den Entwurf hatte Dürer erstmals 1525 - also im Jahr des Kriegsendes und drei Jahre vor seinem Tod - veröffentlicht. Die Zeichnung erschien nach Angaben der Stadt im ersten auf Deutsch publizierten Lehrbuch der Mathematik. Sie zeigt einen in sich zusammengesunkenen Bauern. Er sitzt auf einer Säule aus mehreren übereinander aufgetürmten Gefäßen, Erntegaben und Werkzeugen des Bauernstandes. Sein Kopf ist auf seinen rechten Arm gestützt; in seinen Rücken ist ein Schwert gestoßen.

«Zu Dürers Lebzeiten wäre die Errichtung eines solchen Denkmals völlig undenkbar gewesen», hieß es. Heute ist die Deutung und kunsthistorische Einordnung der Skulptur nach Angaben der Stadt durchaus umstritten. Einerseits werde sie als «Siegerdenkmal» oder «Parodie» auf die Niederlage der Bauern interpretiert. Andererseits erinnere etwa die Figur des Bauern an Christus-Darstellungen und könne somit als Bild für den Verrat an den Bauern gelesen werden.

Mehr als 210 Spender

250.000 Euro hat das Denkmal gekostet. Rund 100.000 Euro kamen von der Stadt, 25.000 Euro aus Lottomitteln des Landes. Mehr als 210 Spender aus der gesamten Bundesrepublik trugen laut Stadt den maßgeblichen Anteil zur Gesamtsumme bei. Der Thüringer Künstler Timm Kregel setzte den Dürer-Entwurf um.

Historische Aufstände 

Im Bauernkrieg (1524/25) wehrten sich Bauern und andere sozial und wirtschaftlich benachteiligte Gruppen gegen die Herrschaft des Adels und religiöse Unterdrückung. Unter dem Einfluss der Reformation forderten sie etwa bessere Lebensbedingungen und mehr Freiheit. Sie plünderten und zerstörten aber auch Burgen und Klöster. Ihre Aufstände wurden brutal niedergeschlagen. 

Entscheidende Ereignisse spielten sich in Thüringen ab. In Mühlhausen etwa wirkte der Reformator und Bauernführer Thomas Müntzer, der dort nach der verlorenen Schlacht bei Frankenhausen hingerichtet wurde.

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